Was Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter verdienen

Foto: iStock

Flugbegleiter brauchen gute Nerven und ein freundliches Auftreten. Wie viel man über den Wolken verdient, hängt auch von Zusatzausbildungen ab.

Sie haben meist ein Lächeln auf den Lippen und müssen auch in gefährlichen Situationen Ruhe und Sicherheit ausstrahlen: Flugbegleiter sorgen für das Wohlbefinden der Gäste an Bord eines Flugzeugs auf Kurz- und Langstreckenflügen. Sie achten auf die sichere Verstauung des Handgepäcks und informieren über den Flugablauf, über die Einrichtungen des Flugzeugs und das Verhalten bei einem Notfall. Während des Flugs servieren sie Mahlzeiten und versorgen die Fluggäste mit Getränken und Zeitungen. Außerdem führen sie den Bordverkauf durch.

Safety first

Menschen, die Hilfe brauchen, wenden sie sich besonders zu. In Konflikt- und Krisensituationen müssen sie ruhig bleiben und die Sicherheit der Fluggäste und des Bordpersonals im Auge behalten. Flugbegleiter sollten sich durch Serviceorientierung, Teamfähigkeit und Freude am Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen auszeichnen. Auf ein gepflegtes und freundliches Auftreten wird ebenfalls Wert gelegt.

Betriebsinterne Ausbildung

Es gibt keine geregelte externe Ausbildung für diesen Beruf. Die nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten werden Flugbegleitern betriebsintern vermittelt. Die Bildungsangebote sind auf die verschiedenen Fluggesellschaften und deren Anforderungen zugeschnitten, etwa im Hinblick auf das Serviceangebot oder unterschiedliche Flugzeugtypen. Die Austrian Airlines setzt beispielsweise eine abgeschlossene Schul- bzw. Berufsausbildung, ein Mindestalter von 18 Jahren, ausgezeichnete Deutsch- und Englischkenntnisse, einen EU-Reisepass ohne Einschränkung und bei männlichen Bewerbern einen abgeleisteten Präsenz- bzw. Zivildienst voraus.

Arbeitszeiten je nach Reisesaison

Die Ausbildung dauert fünf bis sieben Wochen und setzt sich grundsätzlich aus einem theoretischen Teil, einigen Schnupperflügen und einem On-the-Job-Training zusammen. Thematisch behandelt die Schulungen das jeweilige Unternehmen, den Flugbetrieb, Catering, Erste Hilfe, Flugsicherheit, Stress- und Angstbewältigung sowie Konfliktmanagement.

Junior-Flugbegleiter fliegen zunächst nur Kurzstreckenflüge. Je nach Flugunternehmen können sie sich später nach entsprechenden Umschulungen auf den jeweiligen Flugzeugtyp auch für Langstreckenflüge bewerben. Die Arbeitszeiten schwanken meist je nach Reisesaison, oft gibt es auch Bereitschaftsdienste.

Gehalt: Nicht viel Spielraum

Während ihrer Ausbildungszeit erhalten angehende Flugbegleiter rund 925 Euro brutto pro Monat. Im ersten Dienstjahr beträgt das Bruttogehalt inklusive Flugzulagen rund 21.500 Euro pro Jahr. Nach fünf Dienstjahren liegt das Bruttojahresgehalt zwischen 24.300 und 25.800 Euro, nach 15 Jahren bei etwa 31.000 und ab 25 Dienstjahren bei durchschnittlich 37.100 Euro. Hinzu kommen etwaige Funktionszulagen, wie etwa für die Zusatzausbildung zum Senior-Flugbegleiter, wobei hier mit jeweils 300 bis 400 Euro zusätzlich im Monat gerechnet werden kann. Bei Flügen, die Übernachtungen im Ausland bedingen, werden zusätzlich Taggelder für die dortige Verpflegung bezahlt. Außerdem gewähren die meisten Dienstgeber ihren Flugbegleitern und deren Familienangehörigen Freiflüge sowie Flugvergünstigungen, deren Art und Ausmaß durch die Betriebsvereinbarung geregelt wird.


Conrad Pramböck ist internationaler Gehaltsexperte und Geschäftsführer von Upstyle Consulting. Er berät Unternehmen seit über 20 Jahren zum Thema Gehalt.


Zum Thema:

Tipps für die Bewerbung: