Was Taxifahrerinnen und Taxifahrer verdienen

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Gehaltsexperte Conrad Pramböck widmet sich diese Woche den Taxifahrern. Verdienen sie wirklich so wenig, wie es gemeinhin heißt?

Wer wissen will, was die Leute denken, der muss Taxi fahren. Immerhin können sich die Damen und Herren Fahrer oft ganz schön was anhören. Das Gehalt sei nicht besonders hoch, seit Uber den klassischen Taxiunternehmen Konkurrenz macht, heißt es vonseiten der Taxifahrer, Uber wiederum eilt der Ruf voraus, man würde sich besser um die Fahrgäste kümmern. Bevor es ums Gehalt geht aber zunächst die Frage: Was müssen Taxifahrer können?

Ortskenntnis, Vertrauen und Geduld

Taxifahrer befördern Personen mit Pkw und Kleinbussen. Fallweise führen sie auch Botendienste durch. Im Einsatzgebiet werden meist sehr gute Ortskenntnisse sowie eine gewisse Vertrauenswürdigkeit verlangt. Unter anderem dürfen keine schweren Delikte wie Fahrerflucht oder Alkohol am Steuer aus den letzten fünf Jahren vor der Taxiprüfung vorliegen.

Da Taxifahrer mit verschiedenartigen Fahrgästen zu tun haben, sollten sie Geduld im Umgang mit Menschen mitbringen und serviceorientiert sein. Zudem verlangt der Beruf eine gute Orientierungs- und Reaktionsfähigkeit und eine hohe zeitliche Verfügbarkeit. Nur wenige Taxifahrer arbeiten weniger als 50 Stunden pro Woche. Abend-, Nacht- und Wochenenddienste sind ebenfalls üblich.

Verschiedene Bezahlmodelle

Taxifahrer müssen mindestens zwei Jahre einen Führerschein der Klasse B besitzen sowie mindestens zwölf Monate Fahrpraxis nachweisen können, bevor sie ihre Taxilenkerberechtigung erwerben dürfen. Diese kann wahlweise über das Wifi, das BFI oder diverse andere Anbieter absolviert werden. Fallweise finanzieren Taxiunternehmen ihren Lenkern die Ausbildung, die in der Folge die Kosten durch ihre Arbeitsleistung zurückzahlen.

In der Praxis gibt es grundsätzlich drei verschiedene Bezahlungsmodelle für Taxifahrer: Bei der Umsatzbeteiligung bezieht der Fahrer 30 bis 40 Prozent der Einnahmen. Anfallende Kosten wie Treibstoff, Wartung und Reparatur des Autos sowie Versicherung übernimmt hierbei das Taxiunternehmen.

Welche Risiken es gibt

Bei der Pauschalregelung zahlt der Fahrer je nach Marke und Typ des Autos eine wöchentliche Pauschale zwischen 400 und 600 Euro an das Taxiunternehmen und muss für den Treibstoff selbst aufkommen. Den Rest der erwirtschafteten Einkünfte darf er behalten.

Außerdem kann der Beruf auch selbstständig ausgeübt werden. Grundsätzlich rechnet sich ein eigenes Taxiunternehmen nur, wenn das Taxi oft im Einsatz ist. Die größten Risiken neben den Stillstandszeiten sind ein zu teurer Wagen und die Lohnkosten.

Starke Schwankungen

Das Mindestgehalt bewegt sich zu Beginn meist im Bereich von 18.000 Euro brutto im Jahr. In der Praxis können die Einkünfte jedoch je nach oben beschriebenen Bezahlungsmodellen und persönlichem Verhandlungsgeschick stark variieren. Bei 60 Stunden pro Woche mit Nacht- und Wochenenddiensten kann ein Taxifahrer bei gutem Geschäft zwischen 30.000 und 33.500 Euro brutto jährlich verdienen. Zusätzlich kann er mit einem Trinkgeld von 3.000 bis 5.000 Euro im Jahr rechnen.


Conrad Pramböck ist internationaler Gehaltsexperte und Geschäftsführer von Upstyle Consulting. Er berät Unternehmen seit über 20 Jahren zum Thema Gehalt.


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